Dienstag, 6. September 2011

Die ersten Tage...


Hallo ihr Lieben,

seit einigen Tagen bin ich nun in Kanada und es gefällt mir wirklich super gut.
Nette Leute, tolles Wetter (eine affenhitze und fast immer Sonnenschein), aber von vorne:

Blick aus meinem Hotelzimmer
Gleich am Beginn stand ich vor einem Problem. Angekommen am Flughafen Montréal empfing ich zuerst mein glücklicherweise komplettes Gepäck, bevor ich mit meinem Laptop noch schnell eine Unterkunft Downtown also in centre-ville gebucht habe. Schnell die Adresse abgeschrieben und ab in den Bus, der wohl die Verbindung nach Downtown herstellen sollte. Die 2. Haltestelle Guy Street ausgestiegen und dann nurnoch das Hotel suchen – so weit kann es ja nicht sein wenn es auch auf der Guy Street ist (dachte ich). Beim Ausstieg aus dem Bus schaute ich – typisch deutsch – schnell auf die nächstgelegene Hausnummer und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass dies die 1600 war und ich zur 1005 musste. Dennoch machte ich mich mit Sack und Pack auf den Weg in die, wie mir später klar wurde – falsche Richtung. Nachdem ich nach 500 Metern immernoch bei (meiner meinung nach wahllos aneinandergereihten Hausnummern) Hausnummer 1200 war verließ mich der Mut, sodass ich mich kurzerhand in ein Taxi setzte, das mich schlussendlich genau an den Beginn meines Fußweges transportierte. Kosten: 5Ca$. Merke: In Kanada ist die Hausnummernzählung eher weniger eingängig (1005 gegenüber 1600???).

Also weiter im Text, Hotel von außen relativ gradlig, im Flur auf dem Weg zu meinem Zimmer schwahnte mir böses aufgrund des nennen wir ihn nicht gerade neuen Teppichs.
Dann die positive Überraschung: ein großzügiges und sehr sauberes Zimmer inklusive eines über 2m breiten Bettes und Aussicht auf die „Skyline“. Alles in allem also sehr toll.
Campus von McGill
Am nächsten Tag erkundete ich Montréal. Zuerst auf eigene Faust, dann gemeinsam mit meiner Cousine, die mir ihren schicken Uni-Campus von McGill zeigte.
Ansonsten habe ich mich bei meist strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen einfach umgeschaut mit dem Ergebnis, dass Montreál eine unglaublich angenehme und entspannte Stadt ist, in der man sich nur wohlfühlen kann. Man hat ein Gefühl von einer Kriminalitätsrate von 0 – absolut unähnlich zu europäischen Metropolen wie Paris etc.
Schade eigentlich, dass ich mir keine Uni hier gesucht habe – Auswahl gäbe es da ja genug: die renomierten Unis Concordia, McGill und Laval sowie eine mir nicht namentlich bekannte Uni (französischsprachig) existieren hier.

Einiges hat mich aber doch überrascht, was mich zu den Annahmen, die sich als falsch herausgestellt haben führt:
      1) Vorteile bei Tinkspielen, wie sie mir einige von euch besonders bezüglich eines gewissen     Spieles, bei dem das Mittel der Wahl zur Betäubung der Sinne ein Tropfen namens Bier ist prophezeit haben, werden voraussichtlich nicht bestehen. Hier hat das Bier nämlich ebenfalls ordentliche 5% Alkoholgehalt.

2)      Die Leute sprechen immer auf Englisch mit jemandem, bei dem sie merken, dass dieser das Französische nicht sehr gut beherrscht. Sehr falsch! Ich werde meist auf französisch angesprochen.... ich muss das echt üben...
3)      Hier in Quebec ist alles sehr europäisch – stimmt nur halb; auch ein starker amerikanischer Einfluss ist spürbar; ungesundes Essen, viele Amerikaner,
4)      Shoppen ist in Kanada günstiger als in Deutschland – leider absolut unwahr – zumindest im Bezug auf Montréal (dafür aber tolle Auswahl ;) )

Und dann der große Tag: die Abfahrt zur Bishop´s University gemeinsam mit den anderen Internationals. Mein erster Gedanke: So viele Deutsche! Ich fuhr also zwischen lauter Deutschen sitzend zur Uni. Weil das aber nicht wirklich dem Sinn des Auslandssemesters entspricht wagte ich mich der Herausforderung zu stellen, die Franzosen, die hinter mir saßen anzusprechen – mit dem Erfolg eines 20-sekündigen Gespräches auf französisch ;)
Und nach 2 Stunden war es endlich soweit, wir kamen an in der traumhaft schönen Uni. Was folgte, war ein Marathon aus Terminen, Barbeques, irgendwelchen Meetings mit den Koordinatoren sowie einem Abend in der lokalen Bar hier, dem Lions Pub, der sein eigenes (und ich muss sagen ziemlich gutes) Bier braut.
impressive, isn´t it?
Am nächsten Tag hatten wir –malwieder- volles Programm: Treffen um 9, ein Paar Ansprachen, dann ab zu einem Museum mit diesen schicken gelben Schulbussen, die man aus Filmen kennt. In dem Museum erwartete uns dann aber nicht etwa eine langweilige Ausstellung, sondern wir wurden in einen großen verdunkelten Raum geführt, in dem sich ein Riesiger Tisch, außen herum Stühle und dahinter Leinwände und einige Projektoren an der Decke befanden. 

 
Den korrekten Namen der Technik kenne ich nicht, aber als ein Film über die Erdgeschichte folgte wurden auf diesen Tisch tolle Bilder projeziert, die jeder von den rundherum sitzenden interaktiv verändern konnte durch Berührung. Tolle Technik, superinteressanter Film!
Vom Museum aus ging es dann auf direktem Wege in die Mall, in der wir nicht etwa Zeit zum shoppen hatten, sondern nützliche Dinge wie Bügel, Handtücher, Badelatschen und Prepaid Karten shoppten (meine funktioniert nochnicht; T-mobile will aus unerklärlichen Gründen den simlock auf meinem iphone erst Mitte Oktober entfernen). Nach der Mall Abendessen und dann Show mit einem großartigen motivational speaker und dann eine Hypnoseshow. Da haben sich ein paar der neuen Studenten echt ziemlich blamiert ;) war aber sehr lustig anzusehen... 

Ein weiteres tolles Event war dann die Casinonacht, bei der man zwar keinen Einsatz zu erbringen hatte, aber coole Preise gewinnen konnte, zum Beispiel Gutscheine.

Seit Freitag Abend haben wir Froshweek, das ist freshmen orientation, also für neue Studenten gedacht. Im Grunde genommen läuft das ganze so ab: es gibt insgesamt 23 verschiedene teams, die jeweils 4 teamleader haben. Die neuen Studenten (freshmen) sind dann zu den Ständen der teams geführt worden und überall hatten sich die leader echt verrückt und passend zum Thema twisted in time angezogen. Alle versuchen einen dann für ihr team zu gewinnen, indem sie damit prahlen wie viel Geld sie in Alkohol investiert haben – wenn das mal kein Argument ist ;)

Im Grunde genommen geht es also darum sich gegenseitig kennenzulernen und eine Woche lang täglich miteinander zu feiern. Am ersten Abend ging es so los: alle teams haben hier jeweils ein eigenes Haus in der Stadt. Die freshmen treffen sich dort um Trinkspiele zu spielen und einen gemeinsamen cheer einzuüben. Nachdem also ordentlich vorgeglüht wurde, sind wir dann zurück zum Unicampus, wo ziemlich verrückt und seeeehr laut im Theater abgefeiert wurde (siehe Video). Also eine riesige Party :D Ist schon echt ein bisschen unfassbar wenn man das als Deutscher das erste mal sieht!

Morgen beginnt dann parallel zur Froshweek die Vorlesungsphase (auf die ich mich nach 3 Tagen am Stück feiern fast schon ein Bisschen freue ;)

so sieht mein Essen aus :)
Ein paar Sätze noch zum Essen in der Uni: ich bin vollstens zufrieden, großartige Buffets, leckeres Essen und 1000000 mal besser als die Mensa- eigentlich überhaupt nicht miteinander vergleichbar. Hier gibt es zum Frühstück unter anderem: frische Obstsalate, Ananas, Früchte, verschiedenste Müslis, Bagels, Muffins, Croissoints, Toast, Pancakes, Waffeln, Omlettes und Rührei (für die man sich die Zutaten selber zusammenstellen kann), die einem frisch zubereitet werden. Zum Mittag und Abend: ein Paar Gerichte so ein Bisschen im Mensa-Style nur immernoch einiges Besser, eine riesige Salatbar mit etlichen Dressings, eine Sandwichbar, wo man eigene Sandwiches zusammenstellen kann, man kann immernoch Fühstückssachen mit Eiern etc. bestellen, Pizza & Pasta und eine große Auswahl an fastfood und Nachspeisen. Also für jeden Geschmack etwas dabei.

 
alles ganz frisch!



Gerade habe ich meine Kurswahl gemacht! Hat alles super geklappt! Bin ganz stolz, weil mir am Tisch, an dem man sich für English as a second language Kurse eintragen konnte dazu geraten wurde lieber normale English Kurse für native speakers zu nehmen :D das war sooo cool, und French 3 habe ich auch bekommen. Ziemlich aufregend... musste dem Kerl auf Französisch meine Motivation darlegen! 

Bei nächster Gelegenheit werde ich mir dann auch mal die Sportsfacilities ansehen, bei dem Nachrungsangebot ist das wohl angebracht :D
Gibt wohl unter anderem Golf, eine indoor und outdoor Schwimmhalle, Turnhalle, Fitnessstudio, Squash- & Tennisplätze und etliche Kurse, die man belegen kann. Da freu ich mich schon sehr drauf!

Viele liebe Grüße!










1 Kommentar:

  1. Oh Marina, klingt ja alles supercool bei dir! Ich wünsche dir einen guten Start in die Vorlesungszeit. Und echt gut geschrieben!!! Bussal vom anderen Ende von Amerika, Tamara

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