ich melde mich malwieder aus dem immernoch sonnigen Kanada. Obwohl hier mittlerweile der Indian Summer eingesetzt hat, sind die Temperaturen und das Gefühl dank des vielen Sonnenscheins immernoch sommerlich!
Hinter mir liegt ein ereignisreiches Wochenende, das ich in Montreal verbracht habe, aber von vorne:
Bei uns am Campus gibt es eine Organisation, die für uns internationale Studenten Events organisiert. Für letztes Wochenende war der Besuch eines Ice-Hockey Spieles in Montréal geplant. Natürlich wollte ich mitkommen und kaufte mir ein Ticket, das auch die Hin- und Rückfahrt nach Montréal beinhaltete.
Letzte Woche Dienstag erfuhr ich dann, dass am Donnerstag ein gratis Konzert der Band Arcade Fire (hat schon einige Preise gewonnen) in Montréal stattfinden sollte. Ohne auch nur ein einziges Lied dieser Band zu kennen entschloss ich mich am Mittwoch kurzerhand mir einer Mitfahrgelegenheit nach Montreal über amigo-stopp für Donnerstag Abend zu besorgen.
So weit, so gut. Hinfahrt war geregelt, wohnen konnte ich bei meiner Cousine, Rückfahrt war auch geregelt.
Ich machte mich also auf den Weg von Lennoxville (wo sich meine Uni befindet) nach Sherbrooke, wo das car-pooling starten sollte. Es stellte sich heraus, dass meine Mitfahrer alle Französisch-Muttersprachler waren, was mich zuerst sehr freute. Meine Chance Französisch zu sprechen - dachte ich. Denn ich hatte die Rechnung ohne Quebecois gemacht, das "Französisch", was hier gesprochen wird. Dies hatte also den Effekt, dass, egal wie sehr ich mich bemühte, ich kein Wort des "Französischen" verstehen konnte (nichtmal die normalen Franzosen können das), und wir uns auf englisch zu verständigen versuchten.
In Montreal angekommen nahm ich die Ubahn, um zur Wohnung meiner Cousine zu gelangen. Diese war zu diesem Zeitpunkt bereits am Ort des Konzertes, um sich gute Plätze zu sichern. Jedoch hatte sie mir - wie ich es verstanden hatte - erklärt, dass ich die Tür mit einer Geheimzahl öffnen könne und hinter der Tür dann in einem Fach den Appartmentschlüssel finden könne.
Ich - schon ganz begeistert wie locker mein bisheriger Weg gelaufen war - stehe also vor ihrer Tür und tippe den Code auf ein irgendwie mechanisch aussehendes Nummernfeld und hoffe, dass sich die Tür öffnet. - Doch da tut sich nichts. Nach einigen erfolglosen Versuchen versuchte ich meine Cousine zu erreichen - was sich leider auch als aussichtslos herausstellte.
Es kostete mich gefühlte 100 weitere Versuche die Zahl einzutippen und Schläge gegen die Tür, bis ich herausfand, dass sich durch das eintippen der Zahl nicht die Tür selber sondern, die Platte, auf der das Zahlenfeld befestigt war, bewegen ließ - wohinter sich der Schlüssel befand.
Aber halb so schlimm, es hat mich ja nur eine Stunde gekostet ;)
Ok, lange Rede, kurzer Sinn. Ich habe mich fertig gemacht und habe mich auf den Weg zum Konzert gemacht, wo ich meine Cousine im Getümmel finden wollte. Wieder einmal eine aussichtslose Angelegenheit, wenn man berücksichtigt, dass sie bereits 3 Stunden vor Konzertbeginn dort war und es bereits 1 Stunde vor Beginn des Hauptacts war - und schon mehrere Vorbands gespielt hatten.
Ich hatte keine Chance bis ganz nach vorne zu kommen... wie auch, zwischen 75.000 Menschen? Aber ich versuchte es dennoch, bis ich plötzlich Stimmen hörte, die ich als australisch einordnen konnte - da ich Australierinnen von Bishops kenne. Als ich mich umdrehte konnte ich meinen Augen nicht trauen, es waren genau DIE Australierinnen, die ich kannte! Einfach der Hammer, unter sooo vielen Menschen!!!
Wir verbrachten also das Konzert gemeinsam. Es war echt unglaublich cool. Die Musik war - obwohl diese Musikrichtung im normalen Leben nicht 100 Prozentig mein Fall wäre - live einfach der Wahnsinn. Und das Beste: während des letzten Liedes wurden wohl so große Leuchtbälle von etlichen Seiten auf die Menschenmenge geworden, die ihre Farbe entsprechend ihrer Programmierung veränderten, das war echt schön! siehe Video :)
Danach traf ich dann endlich meine Cousine, die mich zu sich nach Hause mitnahm, wo wir uns noch nett unterhielten und dann schlafen gingen!
Am nächsten Tag stand dann eine Tour durch die Montrealer Altstadt an. Eine wunderschöne Stadt, mit sooo vielen Möglichkeiten und Dingen zu sehen und zu entdecken.
| schönes Gebäude - ich glaube für Kunstausstellungen |
| die wunderschöne Altstadt |
| Pferdchen :) |
| kleiner Schmuckmarkt in einem süßen Hinterhof |
| Gebäude, dessen Funktion ich nicht kenne ;) |
| sieht irgendwie cool aus oder? |
Nach unserem Altstadtbummel sind wir dann wieder zu Lara -meiner Cousine- nach Hause gegangen und haben gemeinsam Crêpes gebacken, mhhhhhh :) die waren vielleicht lecker!
Im direkten Anschluss haben wir dann begonnen uns anzuheitern gemeinsam mit den Mitbewohnern und weiteren Freunden meiner Cousine. War eine nette Truppe und wir haben lustige Spiele gespielt, 3 Mal dürft ihr raten was?! ;)
Zu etwas späterer Stunde kam dann die Frage auf, wohin man weggehen könnte.
Wir entschieden uns für den Club 737, der sich im obersten Stockwerk eines der höchsten Wolkenkratzer Montréals befindet und zu dem zusätzlich noch eine umwerfende Dachterrasse gehört :) einfach toll der Abend, und die Musik fand ich auch super - und dann der Ausblick dazu :)
| Ausblick von der Dachterrasse des 737 Club in Montréal |
Und das aller, aller lustigste an der ganzen Geschichte: ohne, dass wir uns irgendwie verständigt hatten, wo wir den Abend verbringen würden, traf ich wieder... DIE Australierinnen :D
unfassbar, in so einer großen Stadt mit hunderten Discotheken und sicherlich tausenden Bars!
| Ausblick die 2. :) |
Alles in allem ein sehr gelungener Abend!
Am nächsten Tag waren wir dann aber entsprechend träge, sodass wir nur die Überreste des Vorabends beseitigten und ich dann meine Sachen packte, um in der Innenstadt andere internationale Studenten der Bishop´s University zu treffen, die ihr Wochenende ebenfalls in Montréal verbracht hatten.
Wir bummelten ein wenig herum und vertrieben uns die Zeit bis zum großen Ice-Hockey Spiel.
| shopping... |
| ein weiteres interessantes Gebäude gegenüber des Centre Bell |
Auf den Eintrittskarten war aber aufgedruckt, dass die Mitnahme eines Rucksackes nicht erlaubt sei. Daher wollten wir unsere Rucksäcke vor dem Spiel in dem Bus, den die Bishop´s University gemietet hatte, um alle Studenten von der Uni nach Montréal zu befördern, unterbringen. Sagt sich einfach, war es aber nicht. Der Bus hätte eigentlich ab der Ankunft am centre bell - dem Ort des Spieles - bis zur Abfahrt vor dem Centre Bell stehen sollen, damit wir unsere Gepäckstücke in ihm unterbringen können. Dies tat er natürlich nicht aufgrund einer Security-Anweisung. Jedoch sollte er anstelle dessen wenigstens um das Centre Bell kreisen, sodass wir dennoch unsere Sachen unterbringen könnten. Auch dies war leider nicht der Fall...
Dementsprechend ereignete sich eine etwa einstündige Jagd nach einem gelben Schulbus, der leider von keinem der bepackten etwa 20 Studenten je wieder vor dem Spiel gesehen wurde. Glücklicherweise hatte einer der Securities Mitleid mit uns, sodass er uns mitsamt Gepäck in das Gebäude hineinschleuste und wir unsere Gepäckstücke ausnahmsweise am Eingang abgeben dürften - ein riesen Glück!
Nun zum Spiel: Ich lieeebe Ice-Hockey! Einfach faszinierend, wie graziös sich die Herren auf der einen Seite auf dem Eis bewegen können, während sie andererseits regelmäßig ihren Gegner "bodychecken". Einfach toll anzusehen :D
Leider hat Montréal trotz einer 2:0 Führung am Ende 2:3 verloren, aber egal - Spaß gemacht hat es allemal!
Tja, und das war´s dann schon mit dem Wochenende in Montréal.
Unter der Woche habe ich immer relativ viel zu tun mit der Uni, da die Fächer hier deutlich mehr Mitarbeit erfordern als in München. Unter anderem auch sehr beliebt hier: Gruppenarbeiten. So ein Mist... morgen habe ich meine erste in-class Präsentation, in der wir über das Innovations-Management von LEGO berichten werden, mal sehen wie das so läuft.
Drückt mir die Daumen :)
Nächstes Wochenende stehen wieder einige Events an, aber das ist dann eine andere Geschichte...
xoxo, M
hey schatzi,
AntwortenLöschenich muss schon sagen du erlebst dort ja echt tolle sachen, da is so ein verpasstest Oktoberfest gar nich mal so schlimm ;)
ich würd auch gern mal zu einem icehockey-match!
Wenn wir dann im winter zusammen durch californien touren, will ich mich auch mal im blog verewigen :)
mach weiter so!
dein Freund!